Er hat eine Vision: die Verknüpfung von Kultur und Kunst während beide sich ständig neu erfinden. Dazu und zur Weiterentwicklung der Elektronischen Musik als Ganzes will Sven Väth mit seinem Cocoon-Konzept beitragen. Manche nennen ihn den "Godfather of Techno", mit Sicherheit zählt er zu den Größen der deutschen Szene, aber wer ist Sven Väth eigentlich?
Der 1964 geborene Sohn zweiter Discobetreiber kommt schon früh mit dem DJing in Kontakt und fällt Frankfurter DJs im Club Dorian Gray durch seine extravagante Kleidung und seinen expressiven Tanzstil auf. Auch hinter den Turntables tanzt der Paradiesvogel weiter und unterscheidet sich durch seine spektakuläre Performance von den anderen DJs jener Zeit. Mit seinen ersten festen Engagments in den Clubs Dorian Gray und Vogue entfernt sich Väth vom Mainstream und amerikanischer Club-Underground hält Einzug in seinen Plattenkoffer. Bald macht er sich als Partymacher auch einen Namen auf Ibiza und produziert 1986 seine erste Single "Bad News" mit Michael Münzing und Luca Anzilotti. Damit wird er zum ersten selbstvermarkteten und –produzierten DJ in Deutschland und legt den Grundstein für den "Sound of Frankfurt". Als Electrica Salsa zum Welterfolg wird, tourt Sven durch Europa und Südamerika und kauft nach einem kurzen Abstecher nach Paris 1988 das Vogue, in dem er als DJ begann, benannte in um in Omen und schuf so eine Plattform für Elektronische Musik.
Damit schreibt Sven Väth ein neues Kapitel Clubgeschichte: Er bringt den Acid Sound nach Deutschland und veröffentlich sein Debüt-Album "Ask yourself". Anschließend produziert er mit Matthias Hoffmann und Steffen Britzke unter dem Namen "Mosaic" weiter. Anfang der 90er wird sein Stil härter und Techno bricht über Deutschland herein. Das Omen wird zum internationalen Treffpunkt der Clubkultur.
Zusammen mit Heiz Roth und Matthias Hoffmann gründet Väth das Label Eye Q, um jungen DJs die Möglichkeit zu geben, sich unabhängig zu entwickeln und der Bewegung als Ganzes zu dienen. Mit den ersten Produktionen, die sich mittlerweile an Trancehouse annähern, bekommt der "Sound of Frankfurt" eine neue Dimension. Sven legt jetzt weltweit in den führenden Clubs auf, gründet weitere Labels und veröffentlicht sein Album "Accident in Paradise", das erste unter eigenem Namen.
Am 30. April 1996 ist der Geburtstag von Cocoon, Svens Vision von der Vernetzung aller Aspekte der Elektronischen Musik. Das Projekt startet mit drei Events in verschiedenen Städten. Im folgenden Jahr gründet Väth Cocoon Booking, eine Agentur, die sich der Promotion neuer und etablierter Acts verschrieben hat. Nach der Veröffentlichung seines Albums "Fusion" und der gleichnamigen Welttournee entstehen die mittlerweile begehrten Sammlerscheiben, auf denen Sven zusammen mit anderen Remix-Künstlern bearbeitete Stücke auf sechs großen mit aufwendigem Artwork versehen Vinylscheiben veröffentlichte.
Das Omen schließt und setzt damit 1998 den Grundpfeiler für den Cocoon Club, der in Frankfurt zunächst als Partyreihe und seit 2004 als feste Institution die Realisierung von Svens Vision ist. Für den DJ bedeutet Cocoon "...einen Brückenschlag zwischen dem Clubkontext und anderen Kunstformen: Malerei, Zirkus, Tanz, Akrobatik. Alles eingebunden in Musik, integriert in einen DJ-Auftritt..." Er will "...im Club und darüber hinaus Platz für Vielfalt schaffen. Das ist mein großes Thema: ständige Entpuppung!". Es folgen weitere Alben und die Geburt von Cocoon Clubbing, dem mobilen Club, der durch die angesagtesten Locations Deutschlands und Ibiza tourt und dabei Svens Vision der Vernetzung Elektronischer Musik mit anderen Kunstformen wie Feuer-Performance, Tanz, Schwarzlicht-Theater und vielem mehr zur Realität macht.
Nachdem Sven zusammen mit verschiedenen Designern einen Schuh und eine Sonnenbrille entwarf, entsteht die Hompage Cocoon.net auf der neben den Cocoon Complications auch andere Merchandising-Produkte vertrieben werden und die als Schnittstelle zwischen Künstlern, Veranstaltern und Fans dient. Weitere Veröffentlichungen, Welttourneen, internationale Events, Bookings und Residencies in Ibiza, New York und London folgen und machen Sven Väth zu dem, was er heute ist: der "Godfather of Techno".
Mehr über den Cocoon Club in Frankfurt bei Wohin-heute.net