Giora Feidman ist einer der berühmtesten - wenn nicht der berühmteste - Klarinettist unserer Zeit. Der musikalische Weg des Musikers begann in Buenos Aires, wo er 1936 geboren wurde. Schon bald begann er als Bassklarinettist beim Israel Philharmonic Orchestra. Seine Bekanntheit in Deutschland begründet sich als Schauspieler in Peter Zadeks Inszenierung "Ghetto" sowie auf zahlreiche Gastauftritte, u.a. in "Jenseits der Stille", die ihn auch den Jüngeren als Instrumentalinterpreten des Klezmer und Tango bekannt machte. Feidman ist zweifacher Preisträger des Echo "Klassik ohne Grenzen" und Träger des Bundesverdienstkreuzes. Gäbe es einen Verdienstpreis um das israelisch-palästinensische Verständnis, Feidman wäre einer der ersten, die ihn verdient hätten, denn er appelliert in jedem seiner Konzerte an die Versöhnung.
Das Gershwin Quartett trägt Feidmans stilistische Vielseitigkeit von Klezmer, Klassik, Jazz, Tango und Moderne auf starken Schultern mit. Benannt ist das Quartett übrigens nicht nach George Gershwin, dessen Musik zwar auch meistens auf dem Programm steht, sondern nach Michel Gershwin, ihrem Kappellmeister. Auch Nathalia Raithel, Juri Gulbin und Kirill Kraftzoff sind renommierte Virtuosen. Das hohe professionelle Niveau der fünf Musiker, ihre Freude daran, Altbekanntes neu zu entdecken, besonders aber Feidmans Charisma führen dazu, dass ihre Konzerte nicht nur das Publikum gut unterhalten, sondern es auch berühren.
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Autor: Gabriele Knupfer